Sonntag, 23. Juli 2017

Bevor wir uns aufmachen ...

... zum Sonntagsausflug, bleibt mir Dank des Wetters Zeit endlich die Zwerggarnelenbande vorzustellen, die hier schon seit 14 Tagen ihr Unwesen treibt (prima Beschäftigungsprogramm für den Gatten, wenn ich nicht dabin ... sind mindestens genauso anstrengend wie ich 😁)


Ein richtiges Gruppenbild gibt es leider nicht. Die Bande will einfach nicht gemeinsam stillsitzen. Mindestens einer muss immer herumwuseln und mindesten zwei sind immer irgendwo versteckt, wenn man die Kamera in der Hand hat. Gelegentlich gelingt es aber die Bande komplett durchzuzählen und festzustellen: Ja, alle noch da und wohlauf. 

Dafür das die Viecher eigentlich nichts können, sind sie total spannend. Einer von uns beiden hängt ständig am Fischglas Garnelenbecken und kuckt, was sie machen. 

In erster Linie sind die Zwerggarnelen unglaublich verfressen ...



... wenn sie denn alle paar Tage mal etwas zu fressen bekommen, stürzen sich ganz schnell darauf und jeder sichert sich sein Bröckchen. Wenn es kein Futter gibt werden die Pflanzen, Moosbällchen und der Kies gedreht, gewendet und fein säuberlich von Algen und sonstigen fressbaren Organismen befreit. Wenn sich die Gelegenheit bietet werden auch die alten Kleider der Artgenossen, die sich gerade gehäutet haben, gefressen ... 



... wobei das Kopfteil bis zum Schluss übrig bleibt. Scheint nicht so lecker zu sein wie der Rest. 

Da der Fischhändler unseres Vertrauens durch den G20 Gipfel vor 14 Tagen keine Lieferung bekommen hatte, haben wir jetzt eine bunte Mischung Zwerggarnelen. Wir wollten nicht warten und sind am Ende mit zehneinhalb Zwerggarnelen (die halbe Garnele ist das GarnelenBaby ... 

Das Baby auf einem seiner geliebten Moosbällchen

... das gabs umsonst dazu, damit es nicht einsam zurückbleiben musste) nach Hause gekommen.  

Wenn die kleinen Biester nicht fressen, verstecken sie sich irgendwo. Das können sie ziemlich gut, aber ich werde auch immer besser beim Finden. Manchmal muss man sich einfach nur mal bücken und die Dinge von unten betrachten ... 


... dann findet man eine gut getarnte Bienengarnele unter dem Seemandelbaumblatt ...


... oder eine die sich mit festem Klammergriff unter einem Blatt verbirgt.

Regen fertig ... ich auch ... auf zum Ausflug. 

Freitag, 21. Juli 2017

Am Sonntag ...

... musste ich ganz alleine spazieren gehen. Das Kind war morgens schon seine Runde (10 Kilometer) gelaufen und der Gatte ist weit weg in der zweiten Heimat.
So gegen zwölf ging mir hier alles so furchtbar auf den Wecker, dass ich raus musste. Erst habe ich noch gehadert, weil es regnen sollte. Dann habe ich aber beschlossen, dass ich nicht aus Zucker bin, es Regenschirme gibt, die man mitnehmen kann und die einen im Ernstfall wenigstens bedingt vor dem Nass bewahren (bis zu dieser Stelle bin ich am Dienstagmorgen gekommen, dann musste ich los und dann ruhte wieder alles still) und machte mich auf den Weg.

Unterwegs traf ich Frau Blesshuhn, die seltsame Dinge tat. Blesshühner tun meistens seltsame Dinge, aber dieses Tun war so eifrig, dass ich mir dachte, dass es einen Sinn haben muss.



Frau Blesshuhn schleppte lauter Teichrosenblätter durch einen abgelegeneren Teil des Treptower Hafens. Bei der Wahl der Blätter schien sie nicht besonders wählerisch. Mal schleppte sie ein knack frisches Blatt durch Wasser, was sich als besonders schwierig erwies, weil die Dinger dann sehr widerspenstig waren, mal sauste sie mit einem alten schlappen Blattlappen, wie auf dem Bild, durch durch Wasser. Sie schleppte alles in einen Ecke.



Ich folgte ihr und versuchte zu ergründen, was sie damit macht. 

Es war ganz einfach. Sie versorgte ihre Junge mit den neuen und alten Blättern. 


Wirklich gut getarnt, ich kam mit der Kamera nicht besser heran, hat sie unter einem Steg in einem alten Rettungsring ein hübsches Nest eingerichtet.
Wahrscheinlich ist Sonntags immer Bettwäschewechsel. Darum die Schlepperei. 



Da die Jungen schon ziemlich groß waren nehme ich an, dass sie bald ausziehen werden. 

Ansonsten gab es außer vielen Menschen nichts zu erleben. In einer stilleren Ecke habe ich mich an dem Gesummsel und Gebrumsel der Hummeln und Bienen (ganz wenige) erfreut. 





Ich liebe Hummelpopos



Wirklich geholfen hat der Spaziergang nicht. Dafür haben die sieben Kilometer nicht gereicht. Im Moment müsste es wohl ein Marathon sein, damit ich mich geklärt bekomme. 

Freitag, 7. Juli 2017

Während Mama und Papa ...

... Eichelhäher sich schniegeln und bügeln, lässt es der Nachwuchs noch lässig angehen ...



... ich hätte den keinen Kerl ohne Ende flauschen können, ...


... wenn ich ran gekommen wäre. 

Donnerstag, 6. Juli 2017

Der letzte Sylt-Tag ...

... muss warten. Heute muss ich etwas anderes, frisches erzählen. 

Gestern war die Übergabe der Abiturzeugnisse. Was bedeutet, dass ich noch ein letztes Mal zwei Stunden meiner Lebenszeit in der Schule abgesessen habe. Schön, dass sich das Kind genauso gelangweilt hat. Jetzt kann es sich wenigstens im Ansatz vorstellen, wie erhebend all die Elternabende ... gut, gestern fehlten die sinnlosen Diskussionen und Informationsveranstaltungen waren. 
Immerhin hatte ich so genügend Zeit ein paar Information/etwas nutzloses Wissen einzusaugen und mir ein paar eigene Gedanken zu machen

  • die Schule ist stolz auf diesen Jahrgang - der Gesamtdurchschnitt liegt bei 1,8 ... einer ihrer erfolgreichsten Jahrgänge
  • drei Schüler haben ihr Abi mit 1,0 gemacht
  • der größte Streber der Schule sah gar nicht aus wie einer - er sah gar nicht blass, müde und verhärmt aus, er war fröhlich und sah aus als würde er nebenbei viel Sport und andere Dinge tun, die ihm viel Spaß machen
  • überhaupt hat es mich überrascht, dass in diesem Jahrgang alle groß und schlank sind ... 
  • der Jahrgang hat erstaunlich viele Sieger bei irgendwelchen Bundeswettbewerben hervorgebracht ... dauernd musste man klatschen
  • als ich da so sass und mir all das Gerede über die Erfolge der Kinder anhörte, habe ich überlegt wie viele der Familien wohl noch in der Konstellation zur Zeugnisübergabe angetreten sind wie bei der "Einschulung" auf dieses Gymnasium vor sechs Jahren ... 
  • wir sind noch in derselben Konstellation aufgetreten wie damals ... der große Mitbewohner und ich hatten uns nur noch weniger zu sagen als damals und wir sind auch nicht gemeinsam hingefahren - das taten wir zumindest vor sechs ... isja Quatsch!, fällt mir gerade ein. Ich habe das Kind damals allein eingeschult ... "Ich fahre alleine!", sagte er der große Mitbewohner schon Tage vorher
  • erst dachte, mir wäre nur so warm, weil ich erst kurz vor Knopf etwas gehetzt mit dem Fahrrad ankam und zweitens Dank Wechseljahren ein eigenes, nicht steuerbares Warm habe, aber als  ich am Ende der Veranstaltung am Ausgang der Aula auf das Kind wartete und alles an mir vorbeiströmte und dabei einiges verströmte, war klar das mir nicht allein warm war ... puh! Dabei war es gestern eigentlich nicht so warm ... 
  • zurück war der Weg genauso weit wie hin, aber ich musste nicht hetzen, weil nur das Essen wartete ... auch zurück fuhr ich alleine, der große Mitbewohner hat ganz schnell sein Rad bestiegen
  • Geschafft! Ab jetzt ist das Kind selbst für seine Bildung zuständig 

Mittwoch, 5. Juli 2017

Sylt III

Der Tag begann genauso wie sie es vorher gesagt hatten. Stürmisch, sehr stürmisch sogar. Was uns nach dem Frühstück veranlasste unseren Räder für diesen Tag freizugeben und uns stattdessen zu Fuß in Richtung Schnittis Eck aufzumachen, dort in einen Strandkorb zu plumpsen und auf den Bus zu warten ... ich finde Strandkörbe sind wirklich ideal, um auf Busse zu warten ... 
Der Bus brachte uns nach Wenningstedt. Denn wir hatten beschlossen von Wenningstedt nach Westerland den Strand entlangzulaufen. Außerdem wollte der Gatte in Wenningstedt kucken, ob das Schullandheim, in dem er im Jahre Schnee die Tage seiner ersten Klassenfahrt ... jaja, die Hamburger Kinder machten damals ihre erste Klassenfahrt als Standardprogramm nach Sylt, für uns Westberliner Gören hat es nur bis zum Schullandheim Wannsee gereicht ... verbracht hat, noch da ist. Es ist noch da und sieht von außen sehr nett aus.
Wenningstedt hat mir sowieso sehr gut gefallen. Es ist anders als die anderen Orte auf Sylt. Dort war noch keiner und hat überall gleich aussehende reedgedeckte Häuser hingestempeltstellt. Es ist sieht nicht alles perfekt aus. Es lebt irgendwie. 

Nachdem wir nach einem kleinen Rundgang den richtigen Weg eingeschlagen hatten, war der Strand nicht schwer zu finden. 


Der stürmische Wind ließ das Meer sausen, brausen und schäumen. 



Wirklich eine Urgewalt. Eigentlich war zu der Zeit Ebbe und es hätte gar kein Wasser da sein sollen, aber das Wasser hatte an diesem Tag keine Chance sich richtig zurückzuziehen. Es wäre bestimmt spannend gewesen zu sehen, wie es einige Stunden später bei Flut getost hat. 
Mir und vor allem meinem rechten Ohr, von dieser Seite kam der Wind, hat es auch so gereicht. Mir tat nach kurzer Zeit das seeseitige Ohr so weh, dass ich froh war, mich in meine Kapuze zurückziehen zu können. 


Wind ist nicht meins und wenn er dann noch an den Ohren reißt, geht gar nichts mehr. Ja, ich bin eine Windmimose. 

Nach dem Strandspaziergang sind wir durch Westerland gebummelt und haben in den Geschäften geschaut, was wir uns alles nicht leisten können und wollen und haben dann am Ende einen ganz entzückenden, wunderschön grünen Kapuzenpulli für mich gekauft. Ich brauchte einen. Die Nordsee hatte den auf dem Bild mit ihrem Schaum bespuckt und dieser Schaum hinterließ hässliche Flecken. 
Es war gar nicht so einfach etwas zu finden, das halbwegs erschwinglich und ohne irgendeine Spur von Sylt ist ... ja, es ist wirklich schwer dort etwas zu finden, auf dem nicht der Inselumriss prangt oder Sylt drauf steht.

Da wir noch Zeit hatten, unseren nächsten Termin hatten wir erst um 18:00 Uhr, beschlossen wir ins Aquarium zu gehen. Das war spannend, weil der Weg zum Aquarium quasi durch Westerlands dunkles Hinterland, fernab der Touristenmeile, ging. Endlich mal nicht alles chic, geschniegelt und gebügelt. Wir trafen sogar einen Imbiss, an dem es Burger zu ganz normalen Preisen gab. Nein, wir haben keinen gegessen, wir waren schließlich später zum Essen eingeladen.  

Das Aquarium war relativ klein und überschaubar, also passend zur Insel, aber ganz nett ...



... wenn man auf bärbeißige Typen steht oder einem Rochen mal ganz tief in die Augen schauen will ...


... oder sehen will, wo sich Plattfisch und Hai Gute Nacht sagen ... 



... oder sich schon einmal mit seinem Abendessen vertraut machen will ...



Danach ließen wir uns vom Wind zur Bushaltestelle am Bahnhof treiben und fuhren zurück zu unserem Hotel, um uns für die 18:00 Uhr Verabredung zu rüschen und raffen. 

Für ihre Verhältnisse pünktlich an 18:00 - 18:15 Uhr ran, kamen uns die Schwester und der Schwager vom Gatten, das sind die, denen wir die Tage auf Sylt zu verdanken haben, abholen und fuhren mit uns nach List zum Restaurant Alter Gasthof. Die beiden hatten uns zum Hummer essen eingeladen. Als ich von der Einladung hörte, wollte ich erst keinen Hummer essen, weil ich keine Lust hatte ihn selbst zu knacken und ihm somit vielleicht Flügel durchs Restaurant zu verleihen, aber als ich dann las, dass der Hummer tranchiert und mundgerecht serviert wird, habe ich mich doch für einen Hummer entschieden und das war gut so:



Das war mein Hummer. Zumindest der erste Teil. Die Scheren kamen, damit nicht alles kalt wird, später. 

Es war alles sehr lecker, sehr fein, sehr exquisit ... drumrum und davor und dazu und überhaupt gab es Champagner Rose von Feinsten, Austern, Wildkräutersalat, Wein, Brot, Cola, Butter, Wasser, Jubiläumsaquavit ... ich vergaß den Sabberlatz. Während des Hummeressen bekommt jeder einen Sabberlatz um den Hals gebunden. Alle! Ohne Ausnahme ... ich vermute, dass die resolute ältere Bedienung sofort einschreiten würde, wenn man sich an seinem Sabberlatz zu schaffen macht. 


Es war ein schöner Tag und Abend.

Dienstag, 4. Juli 2017

Sylt II

Der zweite Tag auf Sylt startete mit der Erkenntnis, dass das Frühstücksbüfett unseres Hotel auch ein ganz schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis hat, aber immerhin wurde für jedes Spiegelei in den Garten gegangen und ein Stengelchen Krause Petersilie für die Deko des Eies im mit einem Töpfchen Petersilie aus dem Supermarkt bepflanzten Blumenkasten ... so würde ich es nennen im Kräutergarten abgeschnitten.

Nach dem Frühstück setzten wir unseren am Vortag gefassten Plan um, huschten über die Straße und mieteten uns zwei Fahrräder. 
Bei der Fahrradvermietung war es in der Tat sehr nett, weil wir nicht einfach zwei Räder in die Hände gedrückt bekamen, sondern sie uns aussuchen und Probe fahren konnten. So kamen wir für drei Tage an zwei Räder, die für Leihräder erstaunlich gut unter unsere Hintern passten. 

Wir hatten uns vorgenommen von Keitum nach List zu fahren. Zum einem um durch die Wanderdüne fahren zu können und zum anderen um uns den Hafen von List anzuschauen. 

Das erste, das ich unterwegs traf, war die Erkenntnis, dass hier die Kühe, dieselben Streifen tragen wie die Leuchttürme ... 


... nur umgekehrt.
Das ist der Leuchtturm von Kampen und das in der Bildmitte, der kleine schwarze Punkt, ist eines der unvermeidlichen Flugzeuge.
Ich hatte mir gewünscht, dass wir nicht durch Kampen fahren. Ich hatte keine Lust auf reiches und schönes Schaulaufen. Ganz ist es uns nicht gelungen, aber wir haben Kampen nur am Rande gestreift und sind sogar durch die teuerste Straße Deutschlands gefahren, ohne es zu merken.


Kurz nach dieser Straße, der super teuren Grundstücke und Häuser, hatten wir es auch schon geschafft und hatten den Radweg erreicht, der durch die Wanderdüne führt. 
Mir hat es dort sehr gut gefallen. Ich kam mir ein bisschen vor wie ganz woanders ... 





Wenn man es geschickt anstellt, kann man auf den Bildern den Eindruck erwecken, dass man ganz alleine dort unterwegs war. Das ist aber leider nicht so. Man reiht sich in ein Heer anderer Radfahrer ein und muss sich anpassen. Kann nicht sein eigenes Tempo fahren. Überholen ist auch nur schwer möglich, weil genauso viele Menschen aus der Gegenrichtung unterwegs sind. 

Wenn man an den ausgewiesenen Stellen vom Fahrrad steigt, dieses durch die Dünen schiebt ... schieben weil die gesamten Wanderdüne ein Naturschutzgebiet ist ... kommt man zum Strand. In diesem Fall ganz praktisch, dass es sich um einen FKK-Strand handelt. Das macht den Strand deutlich leerer. Aber da darum gebeten wird nicht zu fotografieren, habe ich nur Bilder gemacht als ich oben auf der Düne stand. 



Dort war es nett ... Wasser, Sand, relative Ruhe. 


Nach einem Besuch des wirklich netten Klohäuschen, das vor der Stranddüne stand, machten wir uns erleichtert auf den restlichen Weg durch die Wanderdüne Richtung List. 


In List fanden wir schnell den Hafen. Konnte man ... selbst wir nicht ... nicht nicht finden. Denn eins muss man Sylt lassen, es ist sehr überschaubar. 
Wie schon zu erwarten war, ist List kein idyllischer Hafen, sondern tatsächlich eine Eventmeile. Geschäft an Geschäft ... Gosch an Gosch ... 


... die Verzweiflung trieb uns ins Riesenrad. Das hatten wir für drei Runden wenigstens ganz für uns allein. 
Danach machten wir uns auf die Suche nach einen Fischbrötchen ... Krabbenbrötchen auf die Hand. Leider war die Suche vergeblich. Kein Krabbenbrötchen auf die Hand zu finden. Vielleicht hätten wir, wenn wir  zu Gosch reingegangen wären, etwas mit Krabben bekommen, aber to go, wie es neudeutsch so schön heißt, gab es nichts. 
So schlenderten wir noch etwas durch den Hafen, beobachteten wie eine Möwe ...


... einen Austernfischer anzeckerte, sodass dieser mich nur noch mit dem Allerwertesten ankucken mochte ... 



... machten uns auf den Rückweg, auf dem wir uns im nächsten Supermarkt mit frischem Wasser und Eis als Ersatz für entgangene Krabbenbrötchen versorgten. Quälten uns den Radweg durch die Wanderdüne zurück ... es war inzwischen ziemlich stürmisch geworden und natürlich kam der Wind von vorne und der Weg ist ziemlich hügelig, machten noch einmal Rast beim Klo ... dieses Mal dufte ich den weiten Weg allein auf mich nehmen, der Gatte passte oben auf die Räder auf ... zurück durch Kampen, wo wir die große Freude hatten einen goldenen Beatle, die Automarke meine ich, zu treffen.

Am Hotel angekommen hatten wir 42 Kilometer in den Beinen und Hintern und zu viel Sonne genascht. Die Zeit vor dem Abendessen verbrachten wir zur Muskelentspannung in der Badewanne. Zum Abendessen hatten wir uns mit der Pius Weinbar verabredet und auf dem Heimweg trafen wir wieder die Kaninchen und eine, die Laterne schmückende Taube ...


Obwohl die Insel nicht unsere war, war es ein schöner Tag. 

Montag, 3. Juli 2017

Sylt ...

... ist klein, eng, überlaufen, überschätzt und viel zu teuer. Außerdem hat Sylt ein Fluglärmproblem. Was auf der Insel täglich an Flugzeugen herunterkommt, und natürlich auch wieder in die Lüfte steigt, ist unglaublich. Die Rede ist auch nicht von kleinen Flugzeugen. Nee, richtig dicke Brocken, wie der Airbus, gehen regelmäßig hoch und runter.

Mir ging dieses ganze "Größer, schöner, besser, mehr-Gehabe", das überall auf der Insel zu finden ist, von Anfang an (wir waren gerade aus dem Zug gestiegen und rumpelten mit unseren Koffern über die schmalen Bürgersteige, als uns schon die ersten SUVs mit einem Affenzahn nahezu über den Haufen fuhren - ja, auch Sylts Straßen sind eng, aber die Autos werden immer breiter und warten will keiner, also schiebt man die Menschen auf den Bürgersteigen ein wenig zusammen, damit zwei Autos aneinander vorbeikommen und auf gar keinen Fall einer mit seinem teuren Auto warten oder gar langsamer fahren muss) gewaltig auf den Wecker. Vom Dresscode der Syltweste will ich gar nicht reden. 

Am ersten Tag machten wir uns, nach dem wir unsere Juniorsuite (muhaha, da wohnten wir auf Rügen, für weniger als die Hälfte des Geldes, das die Suite kostete, viel komfortabler, hatten mehr Platz und den grandiosen Meerblick - in der Juniorsuite hatten wir ein Bett - ein großes Bett 2x2m unter der Dachschräge, bei dem ich mir erst in der zweiten Nacht ganz sicher war, das es sich nicht um ein Wasserbett handelt, sondern das Teil von Hause aus so weich und wackelig ist und wo ich jede Nacht regelmäßig beim Umdrehen gegen die Schräge gehauen habe ... gut dass der Mann einen so gesunden, tiefen Schlaf - ich könnte nachts sterben, er würde es erst morgens merken, hat, ein Sofa, einen Sessel, einen Tisch, Wandschränke und einen asbachuralten Fernseher mit völlig zerkratztem Bildschirm und drei kleine Fenster mit Blick von oben auf den Garten) bezogen hatten, auf den Weg und erkundeten die nähere Umgebung unserer Unterkunft. 

Der erste Weg führte uns natürlich zum Wasser und wie sollte es anders sein ... 


... es war kein Wasser da. Aber das wusste ich bereits vorher, weil ich in den Gezeitekalender gekuckt hatte. Außerdem ist das gar nicht schlimm, weil ich das Watt liebe ... dieses aber nicht, es war einfach nur dreckig und ohne Leben.
Danach suchten und fanden wir den Dorf eigenen Supermarkt und deckten uns mit Getränken ein und hatte uns ausgekuckt, wo wir abends essen gehen wollten. 


Wieder im Hotel angekommen mussten wir feststellen, dass noch ganz viel Tag übrig war, der irgendwie gestaltet werden wollte. Der Gatte schlug vor, wir könnten nach Westerland fahren und uns dort umsehen. Guter Plan ... ja, Schatz wirklich, ich habe es dir nur nie gesagt 😋 ... 😘 ...ich sage auch nie Schatz zum Gatten, außer ich will ihn ärgern, setzte aber voraus, dass man sich irgendwie mit dem Busfahrplan auseinandersetzt und herausfindet, wo die Bushaltestelle ist. Weil das nur mittelschwer war, saßen wir viel zu früh, aber sehr gemütlich in einem Strandkorb an der Bushaltestelle und warteten auf den Bus. Der brachte uns recht rasant nach Westerland und kippte uns am Bahnhof aus. So hatte ich gleich die Gelegenheit den Sylt-Shuttle zu sehen ... so spannend auch nicht ... Zug mit Autos drauf und vorne dran völlig sinnfrei, aber wohl zweckerfüllend zwei leere Wagen, die immer mitfahren ... immer leer, weil die Menschen schließlich in ihren Autos sitzen bleiben müssen.
Wir kämpften uns durch die Flaniermeile von Westerland an den Strand. Dort war es ganz hübsch ...



... Strand halt und sogar das Wasser kam langsam zurück. Ganz rechts außen auf dem Bild sieht man einen kleinen Teil der vielen Menschen, die überall auf der Insel flanieren. 

Wenn wir uns an dieser Stelle jetzt umdrehen, ... 


... sehen wir zum einen, dass ich wirklich da war und zum anderen Sylts Bausünde. Ich bin mir noch nicht sicher, was schlimmer ist - die Menschen in einen hohen Kasten mit wenigstens Aussicht oder in kleine, immer gleich aussehende, quasi genormte...geklonte PseudoReetdachkaten zu sperren. 

Am Strand gab es an diesem Tag nicht wirklich viel zu finden, bis auf einige dieser hübschen Exemplare ...



Da wir immer von der schnellen Truppe sind, war Westerland fürs Erste bald besichtigt und der Hunger zog uns wieder Richtung Heimat. Was sich erst einmal als keine gute Idee herausstellte. 
Das erste Restaurant, das wir ansteuerten, hatte nichts für uns, weil wir nicht reserviert hatten ... was uns überaus freundlich mitgeteilt wurde, so freundlich, dass der Gatte keine Lust hatte dort etwas für irgendeinen anderen Abend zu reservieren. 
Das zweite Restaurant hatte Ruhetag. 
Das dritte und somit vorletzte Restaurant in unserem Dorf war innen voll, hatte aber draußen noch ein paar Plätze frei. So erklommen wir mutig die Barhocker und ich bejahte die Frage nach dem Einschalten des Heizstrahlers. Wofür mir der eigentlich verneinen wollende und ohne Pulli losgegangene Gatte dann doch dankbar war. 
Die quasi vom Leben erzwungene Entscheidung für die Pius Weinbar war ein Glückstreffer. Klein, gemütlich, leckerer Wein und viele, kleine Köstlichkeiten wie Flammkuchen, Vesperplatten mit leckeren und ungewöhnlichen Schinken-, Wurst- und Käsespezialitäten, tolle Schokolade und guter Espresso findet man dort. Pius hat sogar einen Ableger in Hamburg, dort werden wir sicher einmal hingehen und vorher reservieren. 
Hier wurden wir mit dem Tag dann doch noch ein wenig versöhnt und machten uns müden Schrittes auf den Heimweg. 

Unterwegs sagten uns die hier ... 



... Gute Nacht.


Fortsetzung folgt ... uns standen vier Tage Sylt zur Verfügung ...