Sonntag, 11. Dezember 2016

Mission impossible

Vernunftbegabte Menschen verbringen ihre Zeit bei dem heutigen Wetter zusammengerollt auf dem Sofa und schauen in die Glotze.
Ich hingegen quetsche mich mit dicker Strickjacke in meine Regenjacke, stapfe in den Keller, beatme die Reifen der Fahrratte, schleppe diese aus dem Keller, schwinge mich so elegant wie es die Verkleidung erlaubt, auf ihren Sattel und radle durch Sturm und Regen zu dem Weihnachtsmarkt, auf dem ich vor vierzehn Tagen schon einmal war.
Dreimal hätten mich seitliche Sturmböen fast mit der Fahrratte umkippen lassen, aber irgendwie haben wir es geschafft uns aufrecht zu halten. Gefährlich, gefährlich und alles nur, weil ich mich vor vierzehn Tagen nicht entscheiden konnte, aber den blöden Hüftschmeichler erstens nicht aus dem Kopf  und zweitens nicht im Internet bekam. Also muss ich das Drahtross satteln und noch einmal hinreiten.
Ja, ich hätte auch zu Fuß gehen können, aber das hätte bedeutet gut fünfzig Minuten (fünfzig Minuten aber nur bei angewandtem Sturm-kurz vor dem Rennen-schritt) durch das grässliche Wetter stapfen zu müssen. Das wäre mir zu viel gewesen.
Ja, ich hätte auch Bus fahren können, aber ich hätte erst zur Bushaltestellen laufen müssen, dort warten, mich in einen vollen Bus stopfen und dafür auch noch bezahlen. Eindeutig "Ach nö!"
Ja, ich hätte auch das Auto benutzen können, aber erstens benutze ich das Auto nur Samstags, wenn ich mit meiner Mutter einkaufen fahre und zweitens hätte ich keinen Parkplatz gefunden.
Schwierig, schwierig das alles ...

Allen Widrigkeiten zum Trost hatte ich Glück. Erstens weil ich gut hingekommen bin. Zweitens weil der Stand trotz des Wetters da war. Drittens weil ich den letzten grünen Hüftschmeichler erstanden habe. Hier ist das Objekt meiner Begierde:


Ja, ich habe einen Knall und keine Vernunftbegabung!
Sonst würde ich bestimmt nicht wegen einem Stück Wollstoff mit vier Abnähern im Rückteil und zwei Klettbändern solch einen Aufwand betreiben.


Aber damit sich der Aufwand wenigstens gelohnt hat, habe ich mir noch einen alten versilberten Teelöffelstiel ... vielleicht war es auch eine Kuchengabel geleistet.



Passt auch auf dem rechten StinkeMittelfinger ... 

Freitag, 9. Dezember 2016

Manche Wochen ...

... sind anders als andere Wochen. Diese Woche zum Beispiel. 

Der Montag begann müde, aber nach dem Hellwerden gab es einen schönen Blick auf die von leichtem Schneefall kristallisierte Welt. 



Gegen 14:00 Uhr kam mein neues Spielzeug und ich musste den kleinen Lenno erst einmal aufwärmen und dann einrichten. Jedenfalls halbwegs und musste mir überlegen, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, ihn anzuschaffen. War es. Ich mag ihn gern. Lenno ist ein 11" Lenovo Yoga in silber. Sehr edel. Endlich habe ich ein wirklich leichten Teil zum Mitnehmen, das alles kann, was der große Bruder auch kann. Wie zum Beispiel bloggen 😁. 
Am Nachmittag kam der große Mitbewohner noch mit der Botschaft, dass sie gegenüber auf der Baustelle eine Fliegerbombe gefunden hätten, nach Hause.

Der Dienstag brachte Blitzeis am Morgen, sodass ich auf dem Weg zum Gruppensport überlegte, ob es eine gute Idee ist meinen Weg fortzusetzen oder ob ich nicht doch lieber wieder vorsichtig nach Hause rutschen soll. Ich entschied mich für vorwärts rutschen und kam, zwar etwas langsamer als sonst, erst zu Fuß zum Gruppensport und dann zur Arbeit. Dort störte eine Patientin meinen Schreibtischschlaf, um mir zu erklären, dass sie aus eisigen Gründen auf ihren Termin verzichtet. Eineinhalb Stunden später rief sie mich noch einmal an, um mir zu sagen, dass sie im Radio gesagt hätten, dass sie im Bereich Heidelbergerstraße alles evakuieren, weil sie eine Bombe entschärfen und ich würde doch da so ungefähr wohnen und das dauere noch bis in die Nachmittagsstunden. Wollte sie mir nur sagen, damit ich in der Kälte nicht vor der Tür stehe. Nett von ihr. Daraufhin rief ich den großen Mitbewohner an, um zu erfahren, ob wir auch evakuiert wurden. Der war nicht da. Da er mir aber nicht Bescheid gesagt hatte, ging ich davon aus, dass dem nicht so ist und machte mich als ich Feierabend hatte auf den Heimweg. Ich hatte gerade das hintere Eingangstor passiert und sinnierte über den Mannschaftswagen, der auf dem ehemaligen Mauerstreifen mit zwei gelangweilten Polizisten besetzt vor dem rotweißen Flatterabsperrband herumstand, als einen großen Rums gab. Ah! Das war die Bombe, dachte ich. Stimmt, das war die Bombe gewesen. Genauer gesagt, waren es die Zünder der Bombe, die haben sie gesprengt. Aber das habe ich erst später im Internet herausgefunden. In dem Moment war ich mir nicht so sicher, ob ich weitergehen darf. Aber da mich die Polizisten gesehen hatten und mich nicht aufgehalten haben, ging ich weiter meines Weges. Die absolute Stille, die dem Rums folgte war sehr bedrückend. Als ich das ganze Gelände durchquert hatte und vor unserer Haustür angekommen war, gab es das erste kurze Kra von den Krähen, die sonst nie um Lärm verlegen sind. Das entspannte mich ein wenig. Oben stellte ich fest, dass der große Mitbewohner tatsächlich nicht da war. Der hatte sich, wie sich später herausstellte, selbst evakuiert. Unseren Häuserblock hatten sie nämlich, obwohl wir im Evakuierungsbereich lagen, nicht evakuiert. Die haben sich bestimmt gedacht  - "Steht nicht in der ersten Reihe. Der viel höhere vordere Häuserblock wird es schon richten." Es war bestimmt unmöglich, dass der Block im Falle eines Falles einfach auf unseren gestürzt wäre ... 
Nein, ich habe mir nicht wirklich Sorgen gemacht. Ich wäre, wenn ich zu Hause gewesen wäre und eigentlich war ich ja auch zu Hause als es rumste, geblieben.
Aber jetzt bleibe ich nicht, sondern gehe. Die Arbeit ruft. Den Mittwoch und Donnerstag werde nachreichen ... wenn nicht noch so viel passiert, dass ich nicht dazu komme.  

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Das dritte Toffifee ...

... ist nicht nur für den Weg, sondern auch für die Ordnung. 
Nach dreien ist immer eine Reihe leer, wenn man die Packung in der Richtung betrachtet und leerfrisst, in der sie das Ding in die Folie gezwängt haben und der Aufreissfaden ist ... ich sollte gehen. 

Interessantes Frühstück

Eine Scheibe trockenes Müsliknäcke und zwei Toffifee ... im Grunde isses ja wurscht, ob ich Nutella aufs Knäcke schmiere oder dieses quasi im Stück esse 🙈.
Ist bestimmt irgendwas Gesundes, außer Zucker, ... die Nuss zum Beispiel ... drin, das mein Körper unbedingt braucht, weil er danach schreit.

Wie gut, dass mein Kind schon groß und die Vorbildfunktion, die in Sachen Ernährung sowieso nicht gegriffen hat, entfällt ... ich nehm noch ein Toffifee für den Weg ...

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Warum nur eins essen, ...

... wenn zwei Rocher in der Packung sind?!

Meine Disziplin hat derzeit frei und befindet sich mit offenem Rückflugticket auf einer Reise in die Karibik. Darum kann ich ungehemmt sämtlichen Süßkram, den der blöde nette Nikolaus in meine Schuhe schob, daneben legte oder mir persönlich übergab, auffressen. Ich muss mich aber beeilen, denn ich weiß schließlich nicht, wann die Disziplin zurückkommt (hoffentlich hat sie den Klamottenengernäher mitgenommen). 

Woran du erkennst, dass es nicht dein Morgen ist:

Zuerst landet das in die Waschmaschine einzufüllende Waschpulver breit flächig verstreut auf dem Küchenfußboden.

Dann löffelst du den Kakao fürs nicht mehr kleine Kind in deine Kaffeeschale.

Zu guter Letzt stellst du die abgewaschenen Milchtöpfe in den Tiefkühler. 

Nicht mein Morgen!

Montag, 5. Dezember 2016

Kann man mal wieder sehen, ...

... dass die, die das Wetter machen keine Ahnung vom Wetter haben. Hätten sie Ahnung, hätten sie irgendwo erwähnt, dass es heute schneit. Haben sie aber nicht. Es schneit trotzdem. Nicht viel und keine dicken Flocken, aber ganz viele kleine feine Flöckchen und schneien ist schneien ... also keine Ahnung die Wettermacher.

Ich habe, wie alle vierzehn Tage, eine ziemlich kurze Nacht hinter mir. Darum wahrscheinlich auch die interessante Ausführung über das Wetter. Mit irgendetwas muss man sich schließlich wach halten. Zumal die Nacht noch kürzer als die Ich-komme-vom-Herzallerliebsten-zurück-Nächte sonst sind. Der Grund für die deutlich kürzere Nacht war die Deutsche Bahn. Natürlich. Wer sonst? BDöse Bahn. Was sie gemacht hat? Das:

Mein ICE fuhr zwar pünktlich in Hamburg los, aber unterwegs teilten man mir mit, dass er mich nicht bis zu meinem gewünschten Zielbahnhof bringen, sondern am Hauptbahnhof rauswerfen wird. Aus technischen Gründen. 
Vielleicht ist er auch aus technischen Gründen so langsam gefahren und somit mit fünfundzwanzig Minten Verspätung in Berlin angekommen. Darüber hat aber niemand ein Wort verloren. Immerhin war man so freundlich und hat uns nicht wie sonst üblich Hauptbahnhof tief raus geworfen, sondern ganz oben. Fast gleich neben der S-Bahn. So mussten wir wenigstens nicht alle einmal von ganz tief rechts nach ganz oben links durch den ganzen Hauptbahnhof hetzen, sondern mussten nur einmal die Treppe runter und zwei Bahnsteige weiter die Treppe wieder hoch, um dann im dichten Nebel auf die S-Bahn zu warten. Das war schon alles ein bisschen schaurig.
Das S-Bahn fahren war auch schaurig. Ich mag die Strecke vom Hauptbahnhof nach Hause nicht. Zu viele schlechte Erlebnisse in der S-Bahn gerade auf dieser Route. Leider bieten sich nachts um halb eins nicht so wahnsinnig viele Alternativen. Es gäbe noch einen Bus, aber der fährt nur alle 30 - 40 Minuten und ich kam natürlich im Gerade-weg-Zeitfenster an. Trotz allen Schauerns habe ich die S-Bahnfahrt überlebt ... sogar der Anschluß-S-Bahn war pünktlich ... und auch den ähnlich schaurigen Heimweg. Was da noch so alles im dichten Nebel unterwegs war ... schüttel und grusel und rückblickend noch einen Schritt schneller gehen. 

Tja und als ich dann endlich zu Hause war, war ich vom vielen mich fürchten und dabei furchtbar cool aussehen, damit es keiner merkt, so aufgeregt und gestresst, dass das Schlafen können noch länger dauerte als sonst. Mein Innenleben war auch furchtbar gestresst. Das meldete es in Nacht schon mit Grummeln und Bissen in den Bauch an. Heute Morgen hat es den Umstand dann freundlich mit Durchfall quittiert. Nun beruhigt sich langsam alles und alle. Zurück bleibt ein müdes Frösteln, welches mich durch den ganzen restlichen Tag begleiten wird und ein dumpfer Druck im Kopf, der durchaus noch zu Größerem bereit ist ...

... aber sonst geht es mir gut. Ich habe nämlich gestern auf dem Weihnachtsmarkt einen wunderschönen, großen Schulterbeutel mit Elchen drauf ... keine Weihnachtselche, sondern geblümte Ganzjahreselche ... 




... bekommen. Muss ich erwähnen, dass ich ihn liebe?
Außerdem muss heute auf mein neues "Spielzeug" warten. Die Sendungsverfolgung sagt leider nur, dass sie heute zustellen, aber nicht wann
 ... ungeduldig mit den kalten Füßen scharr ...