Mittwoch, 5. Juni 2013

Noch gut zweieinhalb Stunden ...

... bis ich den Pausenmodus beenden darf. So ganz pausiere ich heute Morgen schon nicht mehr, aber man muss sich ja auch langsam ins Weltgeschehen wiedereingliedern. Zum Beispiel mit Kind aus dem Haus treiben, Wäsche waschen (aufhängen erst nach Pausenmodusende), Kartoffeln für die Bratkartoffeln kochen, natürlich wie immer mit Überkochen ... usw ...

Ich bin ausgesprochen neugierig, was ich unter meinem Pflaster, unter dem es schon gar heftig juckt, finden werde. Ja klar, meine Brust, aber in welchem Zustand. Genauer gesagt in welchen Farbschattierungen. Denn Farbe haben sie mir versprochen. Da bestehe ich jetzt drauf.

Ansonsten ist so ein Überraschungsaneingriff eine feine Sache. Man hat nicht so viel Zeit drüber nachzudenken und sich alle Scheußlichkeiten genauestens vorzustellen und im Nachhinein liest sich Hochgeschwindigkeitsstanze viel besser als vorher. Man kennt sie ja schon und weiß, dass es nur ein kleines Dingens mit einer dickeren Hohlnadel ist, die knallt, wenn sie ein Stückchen Gewebe abzwackt.
Und so eine örtliche Betäubung im Krankenhaus ist ja was ganz anderes, als draußen im freien Leben in einer Arztpraxis. Die müssen ein Stöffchen vom Feinsten haben. Denn kaum hatte die Ärztin die betäuben sollende Spitze beiseite gelegt, griff sie auch schon zur Hochgeschwindigkeitsstanze und führte diese ihrer Verwendung zu. Das war der Moment, in dem ich eigentlich aufquietschen und schreien wollte: "He, ich bin noch nicht so weit!" und meine Sachen nehmen und gehen wollte
Aber leider war ich ein wenig ins Polster gedrückt und wir plauderten gerade so nett, sodass eine Flucht nicht möglich war. Das war auch gar nicht von Nöten, denn außer den Druck merkte ich überhaupt nichts mehr ... ein wirklich feines, schnell wirkendes Mittel.

Alles in allem ist so eine Biopsie überhaupt nicht schlimm. Nur nachher im Wartezimmer kommt man sich vielleicht ein klein wenig seltsam vor, wenn man dort zwanzig Minuten sitzt und seine Brust drückt und alle schauen zu.
Das ist auch ziemlich hinderlich ... nicht das Zuschauen, das Drücken, weil man mit einer Hand noch nicht mal gemütlich Zeitung lesen, geschweige denn irgendwelche smartphonischen Nachrichten tippen kann. Alles rutscht und wackelt und man kann schlecht sagen: "Können Sie mal bitte halten."

So, nun sind es nur noch knapp zwei Stunden bis Pausenmodusende. Irgendwie muss doch die Zeit rumzukriegen sein ...

Kommentare:

  1. Hm ich bin überzeugt das ein Mann, der gerade auf einer öffentlichen Toilette im stehen pinkelnd eine SMS schreiben möchte, seinen Nebenpinkler fragen würde, ob dieser mal kurz halten kann, er muss dringend eine SMS schreiben *weglach

    Bekommen wir wenigstens Farbfotos? Bin auch gespannt was dabei buntes heraus kommt *kicher

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  2. ja, das kenne ich. hatte vor jahren auch eine biopsie, bloß hat mir niemand gesagt, dass ich a) einen möglichst festen bh dazu anziehen sollte (hatte mein losestes ding an, weil ich dachte, das drückt weniger); b) drücken soll; c) meinen busen besser nicht bei der heimfahrt der prallen sonne aussetzen sollte (was aber unvermeidbar war) und d) an einen pausenmodus kann ich mich auch nicht erinnern. dafür hatte ich kurz danach eine in allen farben schillernde brust. tochter meinte, ich sehe aus wie angeschimmelt! ich wünsche dir auf alle fälle, dass du ein ebenso harmloses ergebnis hast wie ich damals!
    alles gute, ich drücke die daumen!
    susi

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  3. Sprotti? Pausenmodus rum?

    LG von Frau Müller

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