Sonntag, 29. Mai 2016

In der Nacht ...

... von Donnerstag auf Freitag zog irgendjemand meinen Lebensgeistern die Füße unter dem Hintern weg. Es muss eine spannende Mischung aus Heuschnupfen und Erkältung gewesen sein. Auf der einen Seite deutete sich das schon am Donnerstagnachmittag an, aber auf der anderen Seite dachte ich da noch, dass es nur ein akuter Anfall von Heuschnupfen wäre.
Jedenfalls und überhaupt wurde ich Freitagnacht um kurz nach eins wach, nachdem ich gerade mal eineinhalb Stunden geschlafen hatte, weil ich einen trockenen Hals hatte, mir der Rachen weh tat, ich keine Luft mehr durch die Nase bekam und das Gefühl hatte am überaus üppigen Nasensekret, das ungebremst aus der Nase und in den Rachen lief, zu ersticken.
Nase putzen, Nasentropfen, husten und röcheln brachten wenig Linderung, sodass ich mich um zwei auf die Suche nach der Nasendusche und den Weg ins Bad machte.
Nasenduschen ist normalerweise toll, aber die Nase war so dicht, dass die Nasendusche explodiert wäre, wenn sich das Salzwasser nicht einen Weg durch meinen Rachen oder meine Ohren gesucht hätte oder sonstwie durch die Gegend gespritzt wäre. Durch die Nase ging es jedenfalls nicht, ich dafür wieder ins Bett. Dort drehte, wendete, saß und lag ich. Putzte die Nase, keuchte, röchelte und schimpfte leise vor mich hin, ich wollte ja niemanden wecken, bis es sechs war und endlich Zeit zum Aufstehen.

Nach dem Aufstehen brachte ich erst das Kind auf den Weg. Dann rüschte und raffte ich mich und brachte mich mit genügend Taschentüchern bewaffnet und zwei Kopfschmerztabletten und ein Antihistamin intus, auf den Weg zur Arbeit. Dort tat ich, was zu tun war, immer von fröhlichem Geschniefe und möglichst leisem Nase putzen begleitet. Als das zu Tuende getan war, hatte die Chefin ein Einsehen  war ausreichend genervt und schickte mich wieder nach Hause. Dort zog ich mich aufs Sofa zurück, tat möglichst nichts außer Nase putzen, röcheln und schniefen und den Kopfschmerz beweinen und mich langweilen.
Selbst der langweiligste und kränkste Freitag geht einmal vorüber und es wird Abend und man beginnt sich auf die Nacht vor der Nacht zu graulen zu freuen. Die Nacht kam, war ähnlich kränklich wie die davor, aber es war doch schon eine Besserung zu spüren ... es gab eine halbe Stunde mehr Schlaf.
Das bewirkte, dass zumindest ein Lebensgeist gestern Morgen ausgeschlafen hatte und verkündete: "Ich will Knusperwaffeln. Waffelröllchen!"
Meine Antwort war ein müde nasales: "Dann kauf dir welche.", was einen heftigen inneren Mono/Dialog in Gang setzte ...
Er: "Mach mir welche!"
Ich: "Wie denn?"
Er: "Das weißt du ganz genau."
Ich: "Nö!"
Er.: "Doch! Los! Mach! Kauf endlich das Waffeleisen für Hörnchen."
Ich: "Ich bin viel zu schlapp und krank, um ewig weit durch die Gegend zu rennen und ein passendes Waffeleisen zu kaufen."
Er: "Du weißt genau, wie das anders geht. Los, mach. Ich weck die anderen."

Gut ... drei geweckte Lebensgeister mehr an Bord in Kopf und Körper und zehn Minuten später hatte ich ein Waffeleisen per Same-Day-Lieferung bestellt.
Da eine alte Lebensweisheit besagt, dass wer shoppen kann, auch anderes tun kann, gab ich mich dann den hausfraulichen Tätigkeiten hin und ging auch noch das kaufen, was man für Waffeln braucht. Ist ja nicht viel, aber ein bisschen doch. In der Zwischenzeit mehrten sich Lebensgeister und entfalteten mit vereinten Kräften die Taschentücher.
Gen Nachmittag besuchte ich wie jeden Samstag meine Mutter. Wobei ich möglichst versuchte, sie nicht womit auch immer anzustecken. Ob das gelang, wird sich zeigen. Da ich ihr aber nicht gesagt habe, dass ich krank bin und ihr bei mir solche Dinge nie auffallen, es sein denn es gereicht sich in dem Moment zu ihrem Nachteil und bereitet ihr Unbill, bin ich guter Hoffnung, dass es gelang, weil sie nicht weiß, dass sie die Chance hätte, krank werden zu können.
Um 16:04 Uhr bekam ich eine SMS, die mir mitteilte, dass das Waffeleisen im Zeitfenster von 19:20 - 19:50 Uhr zu gestellt wird ... fein.
Wieder zu Hause nutzte ich eine Lücke in der Küchennutzung und bereitet den obligatorischen SamstagRisotto und hoffte nach der Vernichtung des selbigen, dass der große Mitbewohner, der schon den ganzen Tag mehr oder weniger die Küche blockierte, endlich zu seinem Picknick aufbrach, damit ich meine Waffelteige vorbereiten konnte. Irgendwann ging er tatsächlich und ich hatte nach Säuberung der Küche, damit ich überhaupt arbeiten konnte und dem Klingeln des Paketboten um 19:32 Uhr gerade mal fünf Minuten, um mich zu langweilen und ungeduldig auf das Paket zu warten.
Meine Sorge, dass der Paketbote mir dieses Mal das Paket auf den Kopf haut, weil er so spät noch arbeiten muss, bloß weil ich doofe Kuh etwas bestellt habe und das ganz dringend haben muss, war unbegründet. Im Gegensatz zu dem Mann, der Dienstagabend die Kaffeemühle des großen Mitbewohners um 20:18 Uhr geliefert hat und mir diese am liebsten um die Ohren gehauen hätte, weil er so übelgelaunt war ob des späten Arbeitseinsatzes, war der Mann gestern Abend zwar sehr verschwitzt, weil es sehr warm und vor allem schwül in Berlin war, sonst aber guter Dinge, weil das nun mal sein Job ist. Ich habe mich auf jeden Fall ganz herzlich bei ihm bedankt und mich dann bis 22:23 Uhr zu einem feucht fröhlichen Abend in die Küche verzogen.



Zwischendurch habe ich den ♥allerliebsten in der Ferne mit den neuesten Ergebnisse via WhatsApp unterhalten/genervt ... er sagt, unterhalten ... wie der Screenshot des Bilderordner meines smarten Phones zeigt, ist einiges an Unterhaltung zusammengekommen.

Besonders hübsch ist das Video über den Ton, den das arme geplagte Waffeleisen am Anfang des Backvorgangs macht.

video

Kommentare:

  1. Hach, wie herrlich, man ist mitten drin! Und da ich mitten drin bin, bin ich auch mitten in dem Waffelröllchenberg. Lecker!!!
    Gute Besserung, mal so nebenbei.
    Ellen

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  2. ...das Geräusch hat was von einem FormelEins Wagen dem beim in die Kurve fahren die Luft aus den reifen entweicht :D
    ...und die Waffeln sehen sooo köstlich aus ...da wäre ich doch auch noch nachts glatt auf 'nen Kaffee mit lecker Waffeln vorbei gekommen...aus Nordfriesland...zu Fuß oder per Anhalter ...oder so ;)
    Wünsch Dir auf alle Fälle gute und schnelle Besserung, liebe Pia!
    Liebe Grüße von Bettina, die sich jetzt auf die Suche nach einem Waffeleisen macht =)

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  3. ojee was machst du denn Erkältung pur und dann auch noch Waffeln machen hat es denn dir geschmeckt und dich getröstet mit dem essen damit *lach* ich stelle mir vor wie du mit voller Nase und japsend auf dem Boden sitzt und die Dinger mampft..
    Ich hoffe dir gehts morgen wieder besser!Ich bedauere dich du Arme!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Die Geräusche klingen nach einem Freudengesang der Lebensgeister eines endlich erwachten Waffeleisens :-D
    Gute Besserung (wovon/wobei auch immer)
    LG Lehmi

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