Mittwoch, 20. Juli 2016

Meine Mutter ...

... war gestern wieder die alte. Keine Verwirrtheit mehr. Sie konnte sich sogar an die Vorgänge vom Montag erinnern. Ihre Erinnerungen unterscheiden sich zwar von meinen, aber das ist ganz normal. 

Sie ist, wie sie es am Montag versprochen hatte, ganz klaglos mit mir zu ihrem Hausarzt gegangen ... immer wieder erstaunlich zu welch eigenartigen Ärzten Menschen gehen ...

Meine Mutter ist nicht dement. 
Meine Mutter hatte entweder einen kleinen Schlaganfall oder es fand irgendeine biochemische Reaktion statt, die zu dieser Verwirrtheit geführt hat. Ob es ein Schlaganfall war, wird vielleicht das CT des Kopfes und und ein Ultraschall der Halsschlagader zeigen. Vielleicht auch nicht. Solch kleine Ereignisse lassen sich nur schwer nachweisen ... ich fand das Ereignis groß genug.

Und nein, man kann tatsächlich gegen den klar erklärten Willen eines Menschen nichts machen. Wenn sie nicht ins Krankenhaus will, kann ich nichts dagegen machen. Ich nicht und auch kein Arzt. Es sei denn man entscheidet sich für eine Zwangseinweisung. Was aber für alle Beteiligten sehr unschön und mit sehr großem Aufwand verbunden ist. Da kommt dann das wirklich große Besteck. Mit Polizei und allem drum und dran. Nicht schön. 


Ja, die Situation ist für mich sehr unangenehm und ich weiß auch nicht wie es weitergeht. Ich werde eine zeit lang ganz sicher immer in Lauerstellung sein, aber ich kann sie nicht in betreutes Wohnen bringen, wenn sie es nicht will. Ich muss es respektieren. 
Schließlich möchte ich auch, dass mein Wille respektiert wird. Mein Wille, der sagt, dass ich sie nicht pflegen werde, wenn es gar nicht mehr geht. Das ist nicht meine Baustelle. Das kann ich und vor allem will ich es nicht. 

So. Gleich werde ich per Telefon schauen, wie es heute so bei ihr ausschaut. 

Kommentare:

  1. Du wirst es schon richtig machen.
    Und vielleicht merkt deine Mutter auch mal, dass sie alleine nicht weiterkommt.
    Und es stimmt schon, der eigene Wille ist wohl unantastbar.
    Man kann nur auf Einsicht hoffen.
    Dir wünsche nach wie vor viel Kraft und Zuversicht
    auf eine gute Lösung für euch beide.
    Liebe Grüße von mir

    AntwortenLöschen
  2. Es ist ein Kreuz mit diesen Dingen, von denen man hofft und denkt, dass sie einen nie betreffen werden, denen man dann jedoch mehr oder weniger hilflos gegenüber steht. Ich bin froh mit Dir, dass es sich wieder normalisiert hat, aber nach so einer Episode ist man selbst trotzdem in einer Ausnahmesituation, weil man ja nun weiß, was kommen kann aber nicht weiß, wann und was dann am besten zu tun ist. Da es Deine Mutter ist, kann man auch nicht raten, Abstand aufzubauen (was Du aber im Grunde längst getan hast und was völlig in Ordnung ist), sondern Dir nur Kraft wünschen, Kommendes gut durchzustehen. Aber ich finde es sehr gut, dass Du bereits eine klare Linie für die Zukunft für Dich abgesteckt hast, das gibt schon etwas Erleichterung und nimmt etwas von der Angst vor dem was kommen könnte...
    Dieses Thema hatte mich auch sehr umgetrieben, zumal das Verhältnis zu meiner Mutter in den letzten Jahren so miserabel war, dasss es schlimmer fast nicht hätte sein können... Und glaub mal, es war der Horror sich vorzustellen, da häusliche 24-Stunden-Pflegekraft werden zu müssen. Ein schwerer Schlaganfall hatte uns dann schlagartig all dieser Sorgen enthoben, aber es hätte auch anders kommen können....
    Ich wünsch Dir Kraft!
    Liebe Grüße
    Regina

    AntwortenLöschen
  3. Danke für diese sehr private Einsicht in dein Leben. Ja, das ist bestimmt sehr schwer und ich drücke dir die Daumen dass es für dich nicht zu schwer ist / wird. Und ganz nebenbei: danke für deinen Blog, ich lese ihn immer wieder gerne.

    AntwortenLöschen
  4. Pia, gut das es ihr gestern wieder besser ging und sie ziemlich genau wußte was sie tut. Kann es auch sein, das sie trotz des sommerlichen Wetters viel zu wenig getrunken hatte. Das kam ja damals bei meiner Mutti auch öfter vor, sie erzählte dann auch Dinge, die nicht stimmten und konnte sich nicht genau erinnern. Aber solange sie genug Flüssigkeit zu sich genommen hatte, ging es ihr gut. Eine Entscheidung zu treffen, wenn es um die Mutter oder einen anderen Familienangehörigen geht, ist nicht leicht und Du mußt dabei auch an Dich und Deine Kraft geht. Ich wünsche Dir dafür alles Gute und wenn Du jemanden zum Austausch brauchst, Du weißt ja wie Du mich erreichst. Für heute einen schönen Mittwoch, wir haben draußen schon 34°C, die Miezen liegen trotzdem im warmen Schlafzimmer, anstatt sich in den Keller zu verziehen, wie es mein Schatz gerade gemacht hat. Liebe Grüße von Christiane

    AntwortenLöschen
  5. ........ich lese deinen Beitrag und alte Wunden brechen wieder auf.
    Ich nehme dich in den Arm , umarme und drücke dich.

    Liebe Grüsse Traudel

    AntwortenLöschen
  6. Nah ich hoffe ihr gehts wieder gut und es war kein Schlaganfall!
    Du meinst es gut mit ihr aber wer nicht will geht nichts stimmt liebe Pia aber ich kann auch verstehen dass du dich sorgen machst um sie...
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
  7. Hoffentlich keine Ruhe vor dem nächsten Sturm. Aber leider weiß man nie, was noch kommen wird. Es ist eine schwere Aufgabe. Alles Liebe und gute Nerven für dich!
    Liebe Grüße Ellen

    AntwortenLöschen