Montag, 15. August 2016

Lust auf ein bisschen Geplapper?

Ich befinde mich im Vorurlaubsstand. Das heißt bis Freitag muss ich noch halbkräftig arbeiten und dann darf ich mich nachmittags mit dem nicht mehr kleinen Kind im Gepäck auf den Weg zum Herzallerliebsten, zum gemeinsamen Urlauben, machen. Wobei Urlaub nicht heißt irgendwo hinzufahren, sondern einfach zusammen an einem Ort Zeit zu verbringen ... womit auch immer.

Ich bin in der Tat urlaubsreif ... müde ... erschöpft ... lust- und ideenlos.
In erster Linie bräuchte ich wohl Urlaub von mir. Von der wieder mal immer mehr zunehmenden Depression und der Angststörung, die sich  dadurch natürlich auch steigert. Ich lebe nun schon mehr als 25 Jahre mit den beiden. Sie sind mal mehr und mal weniger aufdringlich. Meist komme ich gut mit ihnen klar, aber da sind sie immer. Letzten Sonntag, als wir auf dem Weg zum Bahnhof waren, damit ich mich in den Zug stecken konnte, der mich mal mal wieder von A nach B brachte, ... die Fahrerei stresst mich im Moment total und ich sterbe jedes Mal tausend Tode ... entfleuchte mir ein: "Ich würde gern mal wieder ohne Angst leben." 

Eigentlich ist das Quatsch. Ich weiß nämlich gar nicht mehr, wie sich das anfühlt. Außerdem bin ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich jemals wirklich angstfrei gelebt habe. Je genauer ich meine Kindheit betrachte, halte ich das kaum für möglich ...

Eigentlich müsste ich den Urlaub nutzen, um mir ein paar Gedanken über dieses und jenes, das Leben und das Arbeitsleben im besonderen und wie es weitergehen soll, machen. Aber das ist auch irgendwie blöd, weil dann ist der Urlaub wieder kein Urlaub und ich, Frau Hamster ratter weiter in meinem Rad ... hach ... schwierig das Alles.
Wenn es nicht die Hoffnung, das Wissen darum, dass es irgendwie immer weitergeht, das Gefühl, dass kann doch nicht alles gewesen sein und vor allem mein Kind nicht gäbe, hätte ich schon längst irgendwann zwischendurch aufgegeben. 


Morgen ist schon wieder Dienstag. Dienstag heißt, dass ich zum Reha/Gruppensport gehen darf. Immerhin ist das dann schon mein sechstes Mal seit Anfang Juni. Ja, so richtig regelmäßig habe ich das bisher nicht hinbekommen. 

Nach dem ersten Mal hatte ich sieben Tage Urlaub, was beim geschickten Legen der Tage ergibt, dass man zweimal nicht zum Gruppensport muss. Fein.
Nach dieser Pause habe ich es zweimal hintereinander geschafft beim Gruppensport zu erscheinen. Super!

An dem Dienstag darauf war ich persönlich sehr unpässlich und verweigerte den Sport.
Eine Woche später drehte meine Mutter am Rad und ich musste mich kümmern. Leider wieder nichts mit Sport.
An dem darauf folgenden Dienstag war es so heiß und schwül, dass ich gar nicht erst die drei Stockwerke zur Stätte des Sports unter dem Dach hinauflaufen musste, um zu schwitzen und keine Luft mehr zu bekommen. Diesen Termin schwänzte ich. Ein großartiges Gefühl!
An den beiden Dienstagen, die dann folgten, folgte ich dem Ruf des Gruppensports und machte artig meine Übungen.
Morgen gehe ich auch noch einmal hin. Dann habe ich Urlaub. Wie die VorturnerinTherapeutin. Die hat sogar schon morgen Urlaub. Morgen besportet uns ein Mann. Böse Zungen behaupten, dass er es sich einfach macht und uns an die Geräte schickt. Ich werde sehen.
An sich ist der Gruppensport gar nicht so schlecht. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass er nicht gut  für meine Hüfte ist, aber ich werde wieder deutlich beweglicher. Nicht, dass ich wirklich unbeweglich war, aber es war schon schwierig geworden meine Zehenspitzen mit durchgedrückten Knien zu erreichen. Das geht jetzt wieder. Ich bekomme auch mein Bein wieder hinter den Kopf. Nicht dass das wichtig oder für die Hüfte gut wäre, aber ich kann es wieder. 

Und jetzt geh ich kochen. Fürs Kind. Das kann ich auch und verhält sich neutral zur Hüfte ... glaube ich jedenfalls. 

Kommentare:

  1. Ja, das liebe Auf und Ab in der Seelenwelt. Das kenne ich auch. Ich denke auch, ich hatte das immer schon. Ich hoffe, du kannst deine Urlaubstage genießen, ohne dir noch zusätzlichen Streß diesbezüglich zu machen. Wie du sagst, dann wäre der Urlaub ja auch vorbei, ohne Urlaub gewesen zu sein. Oder?
    Viele liebe Grüße Ellen

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  2. Mal was von der Seele schreiben und auch ich bin nicht immer davon gelöst nur nicht so oft und ich bin froh wenn diese Angst nicht da ist und immer seltener wird!
    So zu leben ist ganz schön schwer ich bemitleide dich jetzt ganz arg das brauchst du auch mal finde ich weil du probierst dich durch zu mogeln so gut wie es geht mit dem Sport regelmässig zu gehen.
    Aber nein möchte ich aber auch nicht Mitleid ist grässlich finde ich geht nicht aber ich fühle mit dir und nehme deine Angst an die Hand und zeige ihr dass sie ausruhen darf jetzt und dich machen lässt dass du deinen Urlaub gut verbringst mit Freude!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Ich lese Ihren Blog sehr gerne. Sie haben es bestimmt nicht so leicht und trotzdem einen so herzerfrischenden Humor! Einen schönen Urlaub trotz allem
    Viele Grüße aus Bayern

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  4. Da höre ich mich gerade. . . deine Probleme, was die Depression und die Angst betrifft sind auch meine Probleme. Bei mir sind es mittlerweile beinahe 40 Jahre. klingt unwahrscheinlich, ist aber so. und ohne Tabletten kann ich gar nicht.
    Aber ich kenne es mittlerweile ja auch nicht mehr anders und werde damit bis ans Ende meiner Tage leben-müssen !
    Mitfühlende und verständnisvolle Grüße
    ♥lichst jutta

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