Freitag, 9. Dezember 2016

Manche Wochen ...

... sind anders als andere Wochen. Diese Woche zum Beispiel. 

Der Montag begann müde, aber nach dem Hellwerden gab es einen schönen Blick auf die von leichtem Schneefall kristallisierte Welt. 



Gegen 14:00 Uhr kam mein neues Spielzeug und ich musste den kleinen Lenno erst einmal aufwärmen und dann einrichten. Jedenfalls halbwegs und musste mir überlegen, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, ihn anzuschaffen. War es. Ich mag ihn gern. Lenno ist ein 11" Lenovo Yoga in silber. Sehr edel. Endlich habe ich ein wirklich leichten Teil zum Mitnehmen, das alles kann, was der große Bruder auch kann. Wie zum Beispiel bloggen 😁. 
Am Nachmittag kam der große Mitbewohner noch mit der Botschaft, dass sie gegenüber auf der Baustelle eine Fliegerbombe gefunden hätten, nach Hause.

Der Dienstag brachte Blitzeis am Morgen, sodass ich auf dem Weg zum Gruppensport überlegte, ob es eine gute Idee ist meinen Weg fortzusetzen oder ob ich nicht doch lieber wieder vorsichtig nach Hause rutschen soll. Ich entschied mich für vorwärts rutschen und kam, zwar etwas langsamer als sonst, erst zu Fuß zum Gruppensport und dann zur Arbeit. Dort störte eine Patientin meinen Schreibtischschlaf, um mir zu erklären, dass sie aus eisigen Gründen auf ihren Termin verzichtet. Eineinhalb Stunden später rief sie mich noch einmal an, um mir zu sagen, dass sie im Radio gesagt hätten, dass sie im Bereich Heidelbergerstraße alles evakuieren, weil sie eine Bombe entschärfen und ich würde doch da so ungefähr wohnen und das dauere noch bis in die Nachmittagsstunden. Wollte sie mir nur sagen, damit ich in der Kälte nicht vor der Tür stehe. Nett von ihr. Daraufhin rief ich den großen Mitbewohner an, um zu erfahren, ob wir auch evakuiert wurden. Der war nicht da. Da er mir aber nicht Bescheid gesagt hatte, ging ich davon aus, dass dem nicht so ist und machte mich als ich Feierabend hatte auf den Heimweg. Ich hatte gerade das hintere Eingangstor passiert und sinnierte über den Mannschaftswagen, der auf dem ehemaligen Mauerstreifen mit zwei gelangweilten Polizisten besetzt vor dem rotweißen Flatterabsperrband herumstand, als einen großen Rums gab. Ah! Das war die Bombe, dachte ich. Stimmt, das war die Bombe gewesen. Genauer gesagt, waren es die Zünder der Bombe, die haben sie gesprengt. Aber das habe ich erst später im Internet herausgefunden. In dem Moment war ich mir nicht so sicher, ob ich weitergehen darf. Aber da mich die Polizisten gesehen hatten und mich nicht aufgehalten haben, ging ich weiter meines Weges. Die absolute Stille, die dem Rums folgte war sehr bedrückend. Als ich das ganze Gelände durchquert hatte und vor unserer Haustür angekommen war, gab es das erste kurze Kra von den Krähen, die sonst nie um Lärm verlegen sind. Das entspannte mich ein wenig. Oben stellte ich fest, dass der große Mitbewohner tatsächlich nicht da war. Der hatte sich, wie sich später herausstellte, selbst evakuiert. Unseren Häuserblock hatten sie nämlich, obwohl wir im Evakuierungsbereich lagen, nicht evakuiert. Die haben sich bestimmt gedacht  - "Steht nicht in der ersten Reihe. Der viel höhere vordere Häuserblock wird es schon richten." Es war bestimmt unmöglich, dass der Block im Falle eines Falles einfach auf unseren gestürzt wäre ... 
Nein, ich habe mir nicht wirklich Sorgen gemacht. Ich wäre, wenn ich zu Hause gewesen wäre und eigentlich war ich ja auch zu Hause als es rumste, geblieben.
Aber jetzt bleibe ich nicht, sondern gehe. Die Arbeit ruft. Den Mittwoch und Donnerstag werde nachreichen ... wenn nicht noch so viel passiert, dass ich nicht dazu komme.  

1 Kommentar:

  1. Fast schon erschreckend, daß immer und immer wieder solche Bomben gefunden werden. Es ist gruselig und unheimlich, wenn man daran denkt, was früher los war. Zum Glück bist du heil in deinem Zuhause und alles drumherum auch.
    Liebe Regengrüße zu dir!

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