Donnerstag, 29. Dezember 2016

Typisch wir

Ursprünglich wollten wir heute nach Flensburg fahren. Dort ein wenig Rrum kucken und dann kurz über die Grenze nach Dänemark huschen und einen Hot Dog essen ... besser zwei, für jeden einen. Ziemlich sinnfrei die Aktion, aber ein netter Wir-haben-Urlaub-Zwischen-den-Jahren-Zeitvertreib.

Als ich heute Nacht um fünf in meinem ruhigen Bett lag, dachte es in mir, dass ich nicht wirklich Lust habe zweimal zwei Stunden im Auto zu sitzen. Je länger ich wach lag und nicht schlafen konnte, um so weniger Lust hatte von A nach F zu fahren. Um sieben zog es mich dann immer noch wach und inzwischen kalt geworden wieder ins gemeinsame laute Bett. Dort flüsterte ich dem Herzallerliebsten ins Ohr, das er noch ein bisschen länger schlafen muss, weil er nicht nach Flensburg darf, weil ich nicht will und das er als Alternativangebot zwischen Museumsbesuch, Alsterumrundung zu Fuß und Besuch des Tropenaquariums wählen könne. Alternativ dürfe er auch eigene Vorschläge einbringen (da er um diese Zeit noch nicht mal seinen Namen weiß, konnte ich sicher sein, dass nichts kommt und diese großzügige Möglichkeit unbesorgt einräumen).
Wir entschieden uns fürs Tropenaquarium und fürs Auto als Transportmittel. Die Anfahrt war super. Die Stadt oder zumindest die Teile, die wir durchqueren mussten, waren leer, aber vor Hagenbecks entdecken wir, Gott sei Dank noch vor der Suche nach einem Parkplatz, ein großes schreckliches wildes Tier ... eine sehr, sehr lange, sich bis zur Fahrbahn windende Warteschlage. Da wir beide nicht nicht wirklich Fans von großen Menschenhaufen sind, bekam der Automotor die Sporen und wir machten uns auf den Rückweg. Die Stadt war zum Glück immer noch leer.
Unterwegs überkam mich die wunderbare Idee, dass wir auf dem Heimweg beim Museumsdorf Volksdorf vorbeischauen könnten. "Fein.", sagte der Herzallerliebste. Das taten wir dann auch. Wir schauten vorbei, hätten sogar trotz der vielen Menschen vor dem Himmel einen Parkplatz gehabt, aber irgendetwas war dann doch wieder nicht so, wie es vielleicht sein könnte und wir fuhren weiter nach Hause. 
Auf dem restlichen Weg suchten wir noch einen Drogeriemarkt und einen Aldimarkt erfolgreich heim. Beim Dänischen Bettenlager und Getränkemarkt war es mit dem Erfolg schon wieder vorbei und deren Kassen gingen leer aus. 

Jetzt sitzen wir erfolgreich auf dem Sofa, trinken Kaffeeblütentee, essen Dattelkuchen und überlegen uns neue Abenteuer, die wir dann doch wieder nicht bestehen.
So in etwa verlaufen ganz viele der Dinge, die wir gemeinsam machen und das auch schon so lange wie wir uns kennen ... in achtundzwanzig Jahren kommt ganz schön was zusammen an bunten, lustigen Erinnerungen, bei denen sich andere schon beim Erleben ganz furchtbar gestritten hätten. 

Eigentlich ist es ganz unglaublich, dass für unsere Hochzeit, bis auf die Klamotten, alles schon erfolgreich geregelt ist. Sogar der von mir gewünschte Panoramablick von ganz oben (wenn es nichts höheres gibt, zählt dritter Stock auch als ganz oben) während unserer Flittertage auf die Ostsee. Ich kriege den Blick, der Gatte in Spe den Dampf vom Rasenden Roland auf Rügen.

... ich muss jetzt schließen. Die Qualität meiner Hüfte als Kissen fürs Köpfchen des Herzallerliebsten zum Fernsehschlafen während der Skisprungquali sind gefragt ... er schnarcht schon ganz fordernd einladend ...

Kommentare:

  1. Ach, ich liebe deine Art zu schreiben! Bitte weiter so im neuen Jahr!
    Ich wünsche dir einen fröhlichen, knochenschonenden Rutsch in ein glückliches neues Jahr!

    AntwortenLöschen
  2. Jetzt weiß ich endlich wie ich das O.K. für fast alles kriege...nachts ins Ohr flüstern und auf widerspruch warten....
    Annette

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Pia, habe gerade Deinen Eintrag vom 29.12. gelesen - Mensch, ihr kennt Euch schon 28 Jahre, das ist ja toll und das es nun doch mit der Hochzeit klappt gefällt mir so gut. Wir hatten am 30.12. unseren 20. Hochzeitstag, kennen tun wir uns im April 34 Jahre. Ich wünsche Dir eine nicht zu arbeitsreiche Woche, gut heimgekommen bist Du ja und sende Dir ganz liebe Grüße und ich freu mich schon auf den nächsten Bericht. Hier hat es übrigens gestern abend und die Nacht geschneit, es sieht schön aus, war heute früh reichlich Nebel aber jetzt versucht es doch die Sonne, alles noch ein wenig freundlichen zu machen. Bis dann - Christiane

    AntwortenLöschen