Montag, 12. Dezember 2016

Weiter mit der manchmal anderen Woche

Der Mittwoch begann mit ein paar unspannenden Telefonaten und gipfelte am Mittag in der Erkenntnis, dass ich seit Oktober kein Kindergeld mehr bekomme und das erst im Dezember entdecke. 
Ja, ich wartete diesen Monat auf das Kindergeld. Schaute seit dem 4. jeden Tag auf mein Konto und nichts tat sich. Komisch. Seltsam. Ungewöhnlich. Irgendwann kam ich dann mal auf die Idee, das es vielleicht daran liegen könnte, dass mein Kind im September achtzehn geworden ist und mich deshalb kein Kindergeld mehr erreicht. 
Ein weiterer, tieferer Blick auf mein Konto zeigte, dass ich tatsächlich im September das letzte Mal Kindergeld bekommen hatte. Ich hätte Stein und Bein geschworen in den letzten beiden Monaten den Kindergeldbetrag auf meinem Konto gesehen zu haben ... naja, da war wohl der Wunsch oder die Gewohnheit Mutter des Nichtgesehenens. 
Macht ja nichts. Kann man sich drum kümmern und dann läuft das schon wieder. Zum Kümmern braucht man aber eine Kindergeldnummer. Zum wiederholten Male in den letzten achtzehn Jahre traf mich die Erkenntnis, dass ich nie einen Kindergeldbescheid bekommen habe. Kindergeld schon, aber den Bescheid darüber nicht. Warum? Keine Ahnung. Außer manchmal, wie eben letzten Mittwoch, hat er mir auch nicht gefehlt. Aber hey, kein Problem. Auf den Kontoauszügen steht die doofe Nummer drauf. Kontoauszug rausgekramt (vorher kramte ich nur online in meinem Konto. Wenn ich telefoniere, habe ich aber lieber ganz altmodisch ein Stück Papier in der Hand und vor den Augen) und dann die hurtig die Nummer der Kindergeldkasse gewählt. 
Chic! Nur eine Automatenstimme ... "Wenn Sie dies und das wollen, drücken Sie die blablabla. Wenn dies und jenes wollen, drücken Sie die blabla. Wenn Sie doch etwas anderes wollen, drücken Sie die blablabla. ..." 
Fein. Ich wusste nicht so recht, was ich will. Was ich will schon, aber nicht unter welcher Nummer ich das bekommen. Nachdem die Automatenstimme mir ihre Auswahlmöglichkeiten ein drittes Mal, wie mir schien schon ein wenig gereizt, runtergebetet hatte, entschied ich mich beherzt für eine Möglichkeit. 
Dort wurde ich gebeten: "Geben Sie bitte die letzten Zahlen Ihrer Kindergeldnummer ein.". Oh, prima! Das war der Moment, in dem ich mich für geordneten Rückzug entschied und erst einmal das Internet befragte, welche von den vielen Zahlen auf meinem Kontoauszug die Kindergeldnummer ist. Mit dieser Information gestärkt, wählte ich erneut die Nummer der Kindergeldkasse, stellte mich der Automatenstimme und wählte ganz keck eine andere Zahl aus. Gute Wahl! Plötzlich hatte ich am anderen Ende eine wirklich nette Frau, die mir, nachdem wir geklärt hatten, wer ich bin, warum ich bin, wo ich wohne und das ich vor fünf Jahren vergessen hatte denen unsere neue Adresse zu geben, versicherte, das sie mir einen Antrag für die Weiterzahlung des Kindergeldes, welchen ich, wenn ich nicht vergessen hätte Bescheid zu sagen, dass wir umgezogen sind, automatisch zwei Monate vor dem einschneiden Ereignis der Volljährigkeit meines Kindes Post von der Familienkasse bekommen hätte, zu schickt und ich selbstverständlich rückwirkend das Geld bekomme. Fein. Alles gut. Knapp zwei Stunden Lebens Zeit im Eimer.

Der Donnerstag startete mit akuter Unlust in die Praxis zu gehen. Das ist eigentlich nicht ungewöhnliches. Sei aber trotzdem erwähnt. 

In der Praxis puschelte ich hier und da und begab ich mich schließlich in den Behandlungsraum, um dort zu puscheln und machte für eine bessere Sicht sogar das Licht an. Irgendwann, während ich den Staubsauger durch den Raum schob, dachte: Was ist denn das? Das sieht so nass aus. 
Das sah nicht nur nass aus. Das war nass. Zwei der Teppichfliesen waren, bis auf die äußersten Ränder, klatschnass. Das konnte eigentlich nur das eine bedeuten, aber zu manchen Erkenntnissen hat man einfach keine Lust und dann dauert es bis man es realisiert. Ja, genau. Wir haben mal wieder einen Wasserschaden. Wasser von oben durch die Decke. Der letzte war erst ein Jahr her und die Schäden sind Ende September gerade durch den Maler für viel Geld behoben worden. Nörgs! Die erste Reaktion war: Hab ich nicht gesehen. Einfach Licht aus, Tür zu. Soll sich die Schwesterchefin selbst drum kümmern. Habe ich natürlich nicht gemacht, sondern erst einmal die Hausverwaltung angerufen und denen Bescheid gesagt. Dann den Klempner, der mir gesagt hat, dass einer seiner Männer Vorort ist und er dem Bescheid sagt, damit der sich das ankuckt. Das war praktisch, weil ich mir so wenigstens den Weg nach oben sparen konnte, um denen zu sagen, dass sie uns bitte, danke kein Wasser mehr auf den Kopf kippen sollen. Blieb noch der Schwesterchefin Bescheid sagen und aufräumen und putzen und den Arbeitstag mit knapp zwei Überstunden beenden. 

Der Freitag war, bis auf den alljährlich einmal vorkommenden Umstand der abendlichen, betrieblichen Weihnachtsfeier, total langweilig. Machte aber nichts. War auch okay. Die Weihnachtsfeier auch ... wenn ich davon absehe, dass ich eventuell ein Sushiröllchen zu viel gegessen habe. Aber wirklich nur ein einziges ... 
Bis Samstagnachmittag füllte ich mich selbst wie ein Sushiröllchen und mochte und brauchte nichts essen. Die Waage fragte mich morgens auch leicht verwirrt: "Welchen Walfisch hast du denn gegessen?"

Kommentare:

  1. Da hast du einiges hinter dir und mein Schatz musste noch zurückzahlen für sein Sohnemann der es einfach einkassierte und nichts sagte da war es nämlich die Kindgeldzahlungen wurden nicht eingestellt überwiesen dem Sohnemann direkt immer. Dafür musste er jetzt Jahrelang abbezahlen. Ist das nicht gemeins gewesen vom Sohnemann.
    Sonst haste die Praxis gerettet auch wenn am liebsten davon schleichen wolltest aber du bist halt eine herzensgute Frau gelle
    dafür eine rolle mehr am Bauch oder wie von dem essbaren .. aber mir gehts Moment auch so heute morgen hat mich bald der Schlag getroffen als ich auf die Waage ging nahja ws solls paar Tage Schongang eingelegt!
    So jetzt wünsche ich dir noch eine schöne Adventwoche!
    Lieben Gruss Elke

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  2. Ach herrje, ein Wasserschaden, oder "schon wieder einer", das ist aber auch mehr als ärgerlich. :-(
    Kindergeld muß man immer rechtzeitig verlängern, ja, ich habe das vier Mal durch. Jetzt bekomme ich ja keines mehr, Tochter ist fertig mit der Ausbildung. Wenn sie nochmal eine macht, was sie vorhat, dann bekomme ich keines mehr. Nur für eine Ausbildung, wenn sie über 18 ist.
    Viele liebe Grüße zu dir!

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