Mittwoch, 15. Februar 2017

An einem gemeinsam freien Freitag ...

... im Januar zogen der Gatte in Spe und ich aus, um ein paar Klamotten zu erstehen, in denen wir heiraten können und die wir danach durchaus auch mal wieder anziehen. Alles andere fände ich Unsinn. Was soll ich mit einem Hochzeitskleid, das ich einmal kurz getragen habe und das dann hübsch verpackt in irgendeiner Schrankecke herumhängt, vergilbt und sich langweilt? Soll ich es alle Jubeljahre aus der Schrankecke holen, tief seufzen und sagen: "Ach, wie war es schön!" und im Zweifelsfall in einer anderen Gehirnecke denken: Da habe ich mal reingepasst? Nee, wirklich nicht. Das bin ich nicht. Meine Erinnerungen und Glückseligkeit hängen nicht an irgendwelchen Stofffetzen ... es sei denn sie sind alltagstauglich oder es handelt sich um das allerliebste und längst abgetragene Lieblingsshirt.
Und so zog es uns an diesem Tag, um den angesponnenen Faden wieder aufzunehmen, in ein Einkaufszentrum meiner Wahl. Das letzte Mal, das ich dort gewesen war, liegt fast zwanzig Jahre zurück ... äh, ja und in der Tat hat sich in der Zwischenzeit das eine oder andere dort verändert. Nur ein klein wenig ... ich habe nichts wiedererkannt und die neue riesengroße Größe hat mich erschreckt ... verschreckt. Wir schlenderten durch die Gänge und Geschäfte und ich war schlicht überfordert. Nach gut zwei Stunden hatte ich immerhin dem Herzallerliebsten ein Sakko und eine Hose auf den Leib geschwatzt. Für mehr reichte die Energie nicht. Ich hatte schlicht nur noch das Gefühl nach Hause zu wollen und nie mehr shoppen zu müssen. Im tiefsten Innern hasse ich shoppen nämlich abgrundtief und wenn ich muss oder unbedingt will, finde ich sowieso nichts. Wenn ich keine Zeit habe, kein Geld ausgeben will/kann und nicht suche, werde ich meist automatisch von den Dingen gefunden. Die passen dann auch, sind in der richtigen Farbe und Menge vorhanden.
Am auf diesen Freitag folgenden Samstag fanden wir dann noch ein Paar Schuhe für den zukünftigen Gatten. Ich ging wieder leer aus. 
Jetzt stand nur noch ein passendes Poloshirt aus. Ein Poloshirt weil der Zukünftige auch zukünftig keine Hemden mag und außerdem keine Krawatte binden kann.
Am letzten Sonntagmorgen im Bett habe ich mich im Netz auf die Suche begeben und bin nach nur einer kleinen Ewigkeit fündig geworden. Damit ist der Mann in fertig angezogen und heiratet in einer freundlichen graubraunen Farbkombination. Jedenfalls der Teil, der mich etwas angeht. 

Für Unterhose und Socken ist er selbst zuständig ... auch für die Farbe. Denn so intim sind wir nicht 😇.

Ich heirate in Schutt und Asche, äh ... Schlamm und Dreck, nee, so ähnlich ... ich heirate in knitterfreundlichen Leinen in den Farben Taupe und Sand. Und da der Paketdienst inzwischen entdeckt hat, dass auf meinem Paket dick und fett EXPRESS draufsteht, sind die Schuhe eingetrudelt ...


... ich mag sie sehr. Sehr gemütlich und sie haben durchaus Potenzial zu den Lieblingsschuhen zu werden. 

Jetzt muss ich mir nur noch das Untendrunter und die Strümpfe überlegen, aber die Einzelheiten kann ich hier nicht breittreten. Der Herzallerliebste liest mit ... schon seit Urzeiten ... und so intim, dass wir übers Untendrunter reden, sind wir, wie schon gesagt, nicht ... 

Kommentare:

  1. die sind schick und sie gefallen mir auch. Trägst Du auch was auf dem Kopf ??? Denn davon schreibst Du ja garnicht ;-)) außer Haaren natürlich :-)

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  2. Klasse Farbe! Ich könnte Schuhe (und Hosen) nicht online kaufen, das paßt mir nie. Eigentlich gehe ich gerne Shoppen, aber auch nur manchmal, wenn meine Stimmung gut ist, nicht zu viele Menschen in der Stadt sind, und ich nicht unbedingt etwas Bestimmtes brauche. Wie du schreibst, wenn man nix sucht, wird man gefunden von den Teilen, die dann Lieblingsteile werden!
    Liebe Grüße Linda

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