Mittwoch, 5. Juli 2017

Sylt III

Der Tag begann genauso wie sie es vorher gesagt hatten. Stürmisch, sehr stürmisch sogar. Was uns nach dem Frühstück veranlasste unseren Räder für diesen Tag freizugeben und uns stattdessen zu Fuß in Richtung Schnittis Eck aufzumachen, dort in einen Strandkorb zu plumpsen und auf den Bus zu warten ... ich finde Strandkörbe sind wirklich ideal, um auf Busse zu warten ... 
Der Bus brachte uns nach Wenningstedt. Denn wir hatten beschlossen von Wenningstedt nach Westerland den Strand entlangzulaufen. Außerdem wollte der Gatte in Wenningstedt kucken, ob das Schullandheim, in dem er im Jahre Schnee die Tage seiner ersten Klassenfahrt ... jaja, die Hamburger Kinder machten damals ihre erste Klassenfahrt als Standardprogramm nach Sylt, für uns Westberliner Gören hat es nur bis zum Schullandheim Wannsee gereicht ... verbracht hat, noch da ist. Es ist noch da und sieht von außen sehr nett aus.
Wenningstedt hat mir sowieso sehr gut gefallen. Es ist anders als die anderen Orte auf Sylt. Dort war noch keiner und hat überall gleich aussehende reedgedeckte Häuser hingestempeltstellt. Es ist sieht nicht alles perfekt aus. Es lebt irgendwie. 

Nachdem wir nach einem kleinen Rundgang den richtigen Weg eingeschlagen hatten, war der Strand nicht schwer zu finden. 


Der stürmische Wind ließ das Meer sausen, brausen und schäumen. 



Wirklich eine Urgewalt. Eigentlich war zu der Zeit Ebbe und es hätte gar kein Wasser da sein sollen, aber das Wasser hatte an diesem Tag keine Chance sich richtig zurückzuziehen. Es wäre bestimmt spannend gewesen zu sehen, wie es einige Stunden später bei Flut getost hat. 
Mir und vor allem meinem rechten Ohr, von dieser Seite kam der Wind, hat es auch so gereicht. Mir tat nach kurzer Zeit das seeseitige Ohr so weh, dass ich froh war, mich in meine Kapuze zurückziehen zu können. 


Wind ist nicht meins und wenn er dann noch an den Ohren reißt, geht gar nichts mehr. Ja, ich bin eine Windmimose. 

Nach dem Strandspaziergang sind wir durch Westerland gebummelt und haben in den Geschäften geschaut, was wir uns alles nicht leisten können und wollen und haben dann am Ende einen ganz entzückenden, wunderschön grünen Kapuzenpulli für mich gekauft. Ich brauchte einen. Die Nordsee hatte den auf dem Bild mit ihrem Schaum bespuckt und dieser Schaum hinterließ hässliche Flecken. 
Es war gar nicht so einfach etwas zu finden, das halbwegs erschwinglich und ohne irgendeine Spur von Sylt ist ... ja, es ist wirklich schwer dort etwas zu finden, auf dem nicht der Inselumriss prangt oder Sylt drauf steht.

Da wir noch Zeit hatten, unseren nächsten Termin hatten wir erst um 18:00 Uhr, beschlossen wir ins Aquarium zu gehen. Das war spannend, weil der Weg zum Aquarium quasi durch Westerlands dunkles Hinterland, fernab der Touristenmeile, ging. Endlich mal nicht alles chic, geschniegelt und gebügelt. Wir trafen sogar einen Imbiss, an dem es Burger zu ganz normalen Preisen gab. Nein, wir haben keinen gegessen, wir waren schließlich später zum Essen eingeladen.  

Das Aquarium war relativ klein und überschaubar, also passend zur Insel, aber ganz nett ...



... wenn man auf bärbeißige Typen steht oder einem Rochen mal ganz tief in die Augen schauen will ...


... oder sehen will, wo sich Plattfisch und Hai Gute Nacht sagen ... 



... oder sich schon einmal mit seinem Abendessen vertraut machen will ...



Danach ließen wir uns vom Wind zur Bushaltestelle am Bahnhof treiben und fuhren zurück zu unserem Hotel, um uns für die 18:00 Uhr Verabredung zu rüschen und raffen. 

Für ihre Verhältnisse pünktlich an 18:00 - 18:15 Uhr ran, kamen uns die Schwester und der Schwager vom Gatten, das sind die, denen wir die Tage auf Sylt zu verdanken haben, abholen und fuhren mit uns nach List zum Restaurant Alter Gasthof. Die beiden hatten uns zum Hummer essen eingeladen. Als ich von der Einladung hörte, wollte ich erst keinen Hummer essen, weil ich keine Lust hatte ihn selbst zu knacken und ihm somit vielleicht Flügel durchs Restaurant zu verleihen, aber als ich dann las, dass der Hummer tranchiert und mundgerecht serviert wird, habe ich mich doch für einen Hummer entschieden und das war gut so:



Das war mein Hummer. Zumindest der erste Teil. Die Scheren kamen, damit nicht alles kalt wird, später. 

Es war alles sehr lecker, sehr fein, sehr exquisit ... drumrum und davor und dazu und überhaupt gab es Champagner Rose von Feinsten, Austern, Wildkräutersalat, Wein, Brot, Cola, Butter, Wasser, Jubiläumsaquavit ... ich vergaß den Sabberlatz. Während des Hummeressen bekommt jeder einen Sabberlatz um den Hals gebunden. Alle! Ohne Ausnahme ... ich vermute, dass die resolute ältere Bedienung sofort einschreiten würde, wenn man sich an seinem Sabberlatz zu schaffen macht. 


Es war ein schöner Tag und Abend.

Kommentare:

  1. sieht ja lecker aus, aber Fischbrötchen wäre mehr was für mich und ich hab mir mal die Seite vom "alten Gasthof" angeschaut. Der ist ja hübsch und wenn mich jemand einlädt, ja dann... aber sonst ....
    Liebe Grüße und einen schönen Mittwoch

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  2. das merkt man wie du in den Seilen hängst vom Wind tut mir leid ich muss lachen dabei.. aber schön wars und du hast Hummer gegessen nah mal was besonderes wenn shcon kein Krabbenbrötchen gab. Toll diese Einheimischen Fische zu sehen im Aquarium. Diese Gegend im dunklen Hinterland hat was... Und einen neuen Kapuzen-pulli bekommen also wars doch ein toller Tag gewesen!
    Lieben Gruss Elke

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